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Shanghai - Stadt der Superlative

 

Wir waren schon in New York, Hong Kong und Tokio, doch Shanghai stellt all diese Megastädte in den Schatten. Shanghai ist einfach atemberaubend. Als wir nach der Ankunft am Flughafen abends mit dem Bus in die Stadt fuhren, erblickten wir erstmals die Stadt im Lichtermeer und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Überall glitzerte und blinkte es, die Farbenpracht der beleuchteten Gebäude erinnerte an ein riesiges Disneyland.

Schon am ersten Abend, nach dem Einchecken im Hotel, machten wir uns auf zum Bund und zur Nanjing Road. Der Bund ist eine belebte und sehr beliebte Fussgängerpromenade entlang des Huangpu River. An Wochenenden regeln sogar Polizisten die Menschenströme. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick auf die Skyline von Pudong. Besonders faszinierend und eindrücklich ist der 468 Meter hohe Oriental Pearl Tower, welcher am Abend wunderschön kitschig beleuchtet wird. Die Nanjing Road ist die von grellen Neonreklamen gesäumte, 5,5 Kilometer lange und autofreie Haupteinkaufsstrasse von Shanghai. Hier findet man über 360 Geschäfte und einige günstige Restaurants.

Am nächsten Tag besuchten wir als erstes den Yuyuan-Garten, eine wunderschöne und nicht nur bei westlichen Touristen sehr beliebte, 50'000 Quadratmeter grosse Gartenanlage mit Teichen und kleinen Brücken. Sie datiert aus der Ming-Dynastie (1559). Vor dem eigentlichen Eingang tummeln sich die Menschenmassen auf der berühmten"Zickzack"- Brücke. Hier befindet sich auch ein grosses Teehaus inmitten eines Teiches. 

Danach spazierten wir durch die Altstadt oder besser gesagt, was davon noch übrig war. Shanghai entwickelt sich in einem rasanten Tempo, und leider müssen täglich ganze Strassenzüge mit alten Häusern neuen Bauten weichen. Wir konnten dennoch einen Eindruck des chinesischen Alltags gewinnen, da die Altstadt kein typisches Touristisches Ziel ist.

Schliesslich gelangten wir zum Stoffmarkt Dongjiadu. Hier bieten unzählige Schneider an kleinen Ständen ihre Dienste an: Massgeschneiderte Anzüge, Jacken, Seidenkostüme usw. Wer genug Zeit in Shanghai (mindestens 3 Tage) hat, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen, sich für rund 100.- CHF einen Anzug auf den Leib schneidern zu lassen.

Am Abend gelangten wir via Bund Sightseeing Tunnel nach Pudong, dem modernsten Stadtteil Shanghais mit unzähligen Glitzerbauten und Wolkenkratzern. Benutzt man den Bund Sightseeing Tunnel, fährt man mit einer kleinen U-Bahn unter dem Fluss durch eine farbige Phantasiewelt. Auch hier geht's nicht ohne kitschige Glitzerbeleuchtung und Lasershow. Die kurze Fahrt ist verhältnismässig teuer und daher nur für eine einmalige Fahrt zu empfehlen. Ansonsten kann man ein Taxi, die U-Bahn oder ein Schiff benutzen, um nach Pudong zu gelangen.

Auch Pudong bietet eine Promenade entlang des Huangpu River, welche bei Sonnenuntergang besonders schön ist. Es gibt dort einige gemütliche Cafés, unter anderem eine Filiale einer grossen amerikanischen Kaffeehauskette. Die Aussicht auf die Skyline des "alten" Shanghai ist nicht weniger eindrücklich als jene auf Pudong. Wer noch ein bisschen mehr sehen möchte, begibt sich auf den Oriental Pearl Tower. Der Eintritt ist für chinesische Verhältnisse nicht ganz billig, lohnt sich bei guter Sicht aber auf jeden Fall. Die Aussichtsplattform bietet einen gigantischen Ausblick über die pulsierende Metropole. Wer es sich leisten möchte, kann in der Bar im 87. Stock des ganz in der Nähe gelegenen Jing Mao Tower einen (oder besser gesagt mehrere) Drinks geniessen. Der Haken an der Sache ist, dass der Eintritt in die Bar an eine Mindestkonsumation geknüpft ist, welche nicht unerheblich ist. Unser Tipp: der Besuch der Lobby des Hyatt Hotels im 54. Stock des gleichen Gebäudes ist kostenlos. Dort hat es ein Café mit ebenso toller Aussicht, und die Chance, direkt beim Fenster zu sitzen, ist grösser.

Das Stadtplanungsmuseum beim Peoples Square sollte man auf keinen Fall verpassen. Museum klingt zwar etwas langweilig, dieses ist es aber definitiv nicht. Die Hauptattraktion ist ein riesiges Modell der Stadt Shanghai, welches aufgrund der enormen Bautätigkeit fast täglich erweitert und angepasst werden muss. Aber auch ein 360-Grad-Kino und Schautafeln mit "vorher-nachher"-Bildern, welche die enorm rasche Entwicklung von Pudong dokumentieren, lassen unter anderem das Museum zu einem Erlebnnis werden.

Von Shanghai aus hat man die Möglichkeit, einen Tagesausflug zu einem der vielen Wasserdörfer in der Umgebung zu unternehmen, zum Beispiel Zhujiajiao, Zhouzhuang oder Tongli. Diese Dörfer erinnern ein wenig an Venedig und sind vor allem bei chinesischen Touristen sehr beliebt. Wer touristisch kommerzialisierte Ausflugsziele scheut, sollte sich den Besuch eines Wasserdorfes aber gut überlegen. Die Menschenmassen, die dorthin strömen, sind enorm.