Reiseberichte, Tipps & Fotos: Japan, Seychellen, China, Burma, Antarktis

Anreise

 

Air Seychelles fliegt mit B767 ab Zürich, Paris, London, München und Rom nach Mahe. Daneben gibt es die Möglichkeit, mit Emirates via Dubai nach Mahe zu reisen. Wir flogen mit Air Seychelles ab Paris nach Mahe und dann weiter nach Praslin. Der Flug von Paris nach Mahe dauert ca. 9 Stunden 30 Minuten und der Weiterflug nach Praslin 15 Minuten.

Paradise Sun Hotel, Praslin

 

Für die erste Nacht vor Beginn unseres Segeltörns ab Praslin wählten wir das Paradise Sun Hotel. Die Anlage und die Zimmer des Hotels sind sehr gepflegt, der Strand nahezu perfekt (etwas Seegras) und zum Baden bestens geeignet, die Umgebung ist wunderschön. Liegen und Schattenplätze waren genügend vorhanden. Enttäuscht waren wir allerdings vom nicht besonders herzlichen Personal, es gab nur wenige Ausnahmen. Auch das Essen war nicht besonders gut. Wenn man auf die Seychellen reist, muss man sich allerdings bewusst sein, dass das Preis/Leistungsverhältnis der Hotels nicht an das Niveau beispielsweise von Mauritius herankommt. Zudem zahlt man nicht zuletzt die Lage an einem schönen Strand.

Segeltörn mit der Sea Shell

 

Die Sea Shell ist ein Zweimast-Schoner, gebaut 1920 in Holland. Sie wurde ursprünglich als Lotsenschiff verwendet, um fremde Schiffe von Holland und Frankreich nach England zu begleiten. Während des Zweiten Weltkrieges liess sie der damalige Besitzer versenken, um zu verhindern, dass sie im Krieg eingesetzt wurde. 1949 wurde sie wieder geborgen und zum Fischerschiff umgebaut. 1982 wurde sie komplett renoviert und 1996 verkauft, um neu als Charterschiff auf den Seychellen eingesetzt zu werden. Sie wurde auf Sea Shell umbenannt, die Heizungen durch Klimaanlagen ersetzt und die Kabinen wurden neu gestaltet. Betrieben wird sie von Silhouette Cruises.

1. Tag

Ab 10:00 konnte man auf der Sea Shell einchecken. Da unser "Piratenschiff" in einer Bucht (Anse Possession) ankerte und nicht etwa in einem Hafen, wurden wir mit einem Motorboot vom Strand abgeholt. An Bord wurden wir über den Ablauf der Reise informiert. Gegen Mittag hatten alle 15 Passagiere eingecheckt, wir konnten uns kurz kennen lernen und unser erstes Mittagessen an Bord geniessen. Es entstand schnell eine lockere und unkomplizierte Atmosphäre. Am frühen Nachmittag segelten wir los Richtung Curieuse und hatten eine erste Gelegenheit, ein Sonnenbad an Deck zu nehmen, während die ersten Passagiere seekrank wurden. Wir hatten vorsorglich ein Mittel dagegen genommen und konnten deshalb das beruhigende Schaukeln des Schiffes geniessen. Am späteren Nachmittag konnten wir bereits zum ersten Mal vor der traumhaften Kulisse von Felsen im Abendlicht schnorcheln gehen. Abends zauberte uns Jimmy, der Bordkoch, ein dreigängiges - wie an jedem der folgenden Tage - hervorragendes Menü auf den Tisch.

2. Tag

Heute stand ein Landausflug auf die Insel Curieuse auf dem Programm. Nach einer kleinen Wanderung quer über die Insel besichtigten wir eine Farm mit Riesenschildkröten. Das älteste dieser Tiere war 150 Jahre alt. Kein Wunder bei diesem friedlichen Leben an einem wunderschönen Strand! Zu Mittag gab es ein reichhaltiges Barbecue am Strand, und auch der tägliche Kaffee und Kuchen am späteren Nachmittag wurden uns an den Strand gebracht. Leider bedeckten graue Wolken den Himmel, doch das Entspannen am Strand war trotzdem schön.

3. Tag

Im Laufe des Vormittages erreichten wir La Digue, eine Insel mit Traumstränden wie aus der Baccardi-Werbung. Nach dem Schnorcheln vor der Insel wurden wir an Land gebracht. La Digue ist recht klein und es hat kaum grosse Hotels, sondern hauptsächlich kleine Guesthouses. Das Leben ist gemächlich und Autos hat es bis auf wenige Lieferwagen keine, Hauptverkehrsmittel ist das Fahrrad. Auch wir erkundeten die Insel mit einem gemieteten Fahrrad. Auf La Digue gibt es viele schöne Strände, aber die Pointe Source D'Argent war unserer Meinung nach definitiv der schönste und auch zum Baden sehr gut geeignet. Dies ist bei der Grande Anse weniger der Fall, das Meer ist hier recht rauh und das Schwimmen gefährlich. Die Anse Cocos sei angeblich auch sehr schön, ist jedoch ohne Wanderschuhe kaum zu erreichen. Im Anschluss an unseren Landausflug segelten wir zurück zur Anse Possession bei Praslin.

4. Tag

An diesem Tag wurde ein Ausflug ins Vallee De Mai auf Praslin organisiert. Ein Bus brachte uns in dieses hügelige Gebiet, in welchem das Markenzeichen der Seychellen, die nur hier vorkommende Coco de Mer, zu sehen ist. Auf einem kleinen Pfad durch das dschungelähnliche Gebiet, welches zum Weltnaturerbe erklärt wurde, erzählte uns ein Führer viel Interessantes über die Fauna und Flora des Valle De Mai. Im Anschluss machten wir einen kurzen Abstecher an die Cote D'Or und wurden dann wieder aufs Schiff zurück gebracht. Am späteren Nachmittag erreichten wir St. Pierre, eine malerische kleine Granitinsel, wo die Möglichkeit zum Schnorcheln und Tauchen bestand.

5. Tag

Schon frühmorgens segelten wir los Richtung Cousin Island. Auf dem Weg dorthin hatten einige von uns das Glück, Delphine beobachten zu können. Cousin Island ist bis auf die Angestellten des Vogelreservats nicht von Menschen bewohnt, jedoch von tausenden, teilweise sehr seltenen Vögeln. Auch hier führte uns ein Guide über die Insel. Die Vögel haben hier keine natürlichen Feinde und nisten grösstenteils am Boden, wodurch sich sehr gute Fotogelegenheiten bieten. Die Tiere haben keine Angst, so dass man ganz nahe an sie herankommt. Nach der Rückkehr auf die Sea Shell segelten wir zur Anse Lazio vor Praslin, wo wir ankerten.

6. Tag

Dieser Tag war der Anse Lazio gewidmet, einem der schönsten Strände weltweit. Wir hatten genügend Zeit zum Schnorcheln und Schwimmen. Rund um die Felsen der Bucht eröffnete sich eine fantastische Unterwasserwelt. Wir hatten das Glück, neben unzähligen bunten Fischen mehrere Wasserschildkröten, einen Octopus, Tintenfische und Rochen zu sehen. Nach dem letzten Abendessen auf der Sea Shell stieg noch eine kleine Abschlussparty auf Deck.

7. Tag

Mit Wehmut verliessen wir nach dem Frühstück und einem Gruppenfoto unser Zuhause der vergangenen Tage, die Sea Shell. Es war ein einmaliges, sehr abwechslungsreiches Erlebnis, das uns den Alltag zu Hause vergessen liess. Wir haben uns selten so gut erholt, und die Crew der Sea Shell hat wirklich alles unternommen, damit sich die Gäste wohl fühlten.

Le Relax Beach Resort, Praslin

 

Unsere letzten zwei Tage auf den Seychellen verbrachten wir nochmals auf Praslin, diesmal jedoch in einem günstigen, kleinen und süssen Guesthouse namens Le Relax Beach Resort. Die Chefin Juliana bereitete uns einen sehr warmherzigen Empfang mit Begrüssungsdrink, unser Zimmer war liebevoll eingerichtet und mit unzähligen Blumen geschmückt. Wir waren positiv überrascht, da es sich um die günstigste Übernachtungsmöglichkeit handelte, die wir auf Praslin finden konnten. Auch das Essen liess keine Wünsche offen. Zum Frühstück gab es eine leckere Früchteplatte mit frischen tropischen Früchten sowie Toast. Da wir nur Zimmer mit Frühstück gebucht hatten, wählten wir unser Abendessen im kleinen Restaurant von der Karte. Da die beiden Köche Inder waren, gab es neben kreolischen Spezialitäten auch einige Indische Gerichte. Sogar Spaghetti konnte man bestellen. Wie man es von auf den Seychellen von Indern gekochten Spaghetti vielleicht nicht erwarten würde, waren diese absolut fantastisch! Einziger Minuspunkt des Relax Beach Resort war der Strand, weshalb wir den Linienbus nahmen, um am einen Tag nochmals zur Anse Lazio zu fahren und am anderen Tag zur Fähre nach La Digue. Wir können dieses Guesthouse also jedem weiterempfehlen, der den Weg mit dem Bus zu einem anderen Strand in Kauf nehmen kann.